Montag, 7. Mai 2018

(BLOGTOUR) Dark Spells Spruch 1 Die Königin der Stadt - Nina Hirschlehner

Blogtour

DARK SPELLS

SPRUCH 1

die Königin der Stadt

 

Allgemeine Infos zur Serie /  Leseprobe

Schönen Start in die Woche wünsche ich Euch und herzlich Willkommen zum Blogtour von 
Nina Hirschlehners Dark Spells Serie.

Alle die Dark Spells noch nicht kennen haben heute und hier die Möglichkeit sich mit den Allgemeinen Infos füttern zu lassen.
Natürlich möchte ich euch auch noch mal die Leseprobe schmackhaft machen.
Und hoffe natürlich das ihr neugierig werdet.
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Doch fangen wir mal an mit dem Cover und dem Klappentext.


Ohja und das Cover passt perfekt zum düsteren Setting und den den starken Charakteren.
Wie gefällt es Euch? Alle Bilder und das Cover wurden selbst von Nina gemacht.


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Klappentext

 

Die mächtige Hexe Dhana herrscht mit eiserner Hand über sämtliche magische Wesen Londons. Wer sich ihrem Willen nicht beugt, wird ausgelöscht. 
Währenddessen lebt auf der anderen Seite der Stadt die dunkle Hexe Savannah im Verborgenen – bis plötzlich eine junge Hexe an ihre Tür klopft, die einen Angriff von Dhana überlebt hat. Sie will von Savannah trainiert werden, um eines Tages dieser Schreckensherrschaft ein Ende zu setzen.
Was die Junghexe jedoch nicht weiß, ist, dass Dhana und Savannah noch eine ganz eigene Rechnung offen haben.

Spannend oder? 
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Kennt Ihr Nina´s andere Romane schon?
Hier erfahrt mehr über die Autorin und Ihre Werke .

Ich habe Nina gefragt wie sie auf die Idee zur Dark Spells Serie gekommen ist?
 Die Geschichte begleitet mich schon seit 2015. Damals sollte es noch ein Zweiteiler werden, keine Serie. Ich hatte den ersten Teil mit etwa 100.000 Wörter auch schon geschrieben, aber irgendwie war ich damit nicht zufrieden. Mir fehlte einfach die Tiefe. Darum habe ich das Manuskript einfach mal liegen lassen. Und das war auch gut so – letztes Jahr habe ich Serien für mich entdeckt. Ich fand das Konzept unglaublich interessant und wusste, dass es perfekt für Dark Spells war. Leider hatte ich sehr viele offene Projekte und konnte daher nicht sofort mit meinen Hexen starten. Aber die Idee hatte ich immer noch im Hinterkopf. Und irgendwann ließ sie sich dann nicht mehr zurückhalten. Sie musste einfach raus und ich denke, der Zeitpunkt war perfekt!

Die Serie erscheint ja monatlich, wieviel Teile werden es denn dann insgesamt?
Und wird es Sammelbände geben? 

 Es wird voraussichtlich 4 Staffeln mit jeweils 5 Episoden geben.
Jede Episode erscheint als eBook und Taschenbuch. Am Ende jeder Staffel gibt es ein Hardcover als Sammelband.
 Oh Wahnsinn die Hardcover werden bestimmt MEGA aussehen!
Spruch 2 ist übrigens schon vorbestellbar und erscheint am 30.5.2018
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Ich liebe ja Zitatebilder wie Ihr wisst und Nina hat sich richtig ausgetobt und ich zeige Euch mal ein paar die richtig Lust auf die Serie machen.






Meine Rezension zu Spruch 1 könnt Ihr hier noch mal nachlesen. 


Doch kommen wir noch zur Leseprobe die über 3 Kapitel geht und damit wünsche ich Euch viel Spass und ich hoffe ich konnte euch neugierig machen. 

Bei Kathi´s Lesewelt  geht es morgen weiter.
Ihr könnt auch der Facebook Gruppe zu Dark Spells beitreten. Dort werdet ihr mit allen wichtigen Info's und News versorgt.
Hier kommt ihr zur Facebook Gruppe

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Leseprobe

Dhana

Zufrieden betrachtete Dhana ihr Werk. Ihr gefiel, was sie da sah. Die Hexen brannten, so wie es ihr Schicksal wollte. Wie diesen armen Seelen würde es jedem ergehen, der den Nerv besaß, sich gegen sie zu stellen. Gegen die mächtigste Hexe Englands.
Es war verrückt, zu glauben, man könnte sich ihr in den Weg stellen. Es gab niemanden im ganzen Land, der Dhana das Wasser reichen konnte. Das hatte sie heute wieder einmal unter Beweis gestellt.
Langsam schritt sie durch die lodernden Körper, durch Schutt und Asche. Behutsam raffte sie ihr langes, zartrosarotes Kleid, um es nicht mit Blut zu beschmutzen. Schlimm genug, dass es bereits ein paar Spritzer abbekommen hatte. Aber diese würden mit einem einfachen Zauber schnell vergessen sein. Genauso wie dieser Aufstand.
Inmitten der Flammen blieb Dhana stehen und sah sich um. Sie spürte etwas. Ein Lebenszeichen. Sie waren also nicht alle tot. Aber das ließ sich schnell ändern.
Sie schloss einen Moment die Augen und atmete tief durch. Neben dem Blut und dem Rauch stieg ihr ein vertrauter Geruch in die Nase: Angst.
»Es ist ein Mädchen«, informierte Dhana den Schatten, der ihr bei jedem Schritt folgte. »Finde es.«
Während ihr ständiger Begleiter sich auf ihren Befehl in Luft auflöste, setzte Dhana ihren Weg fort – in die Richtung, in der sie den letzten Teil der Rebellion vermutete.
Normalerweise war es nicht ihre Art, etwas zu übersehen. Aber ganz offensichtlich war Dhana in diesem Fall ein Fehler unterlaufen. Jedoch würde sie diesen schnell wieder beheben. Immerhin machte sie keine halben Sachen.
»Na sieh mal einer an«, meinte Dhana, als sie zu ihrem Gefährten aufschloss, der im Bruchteil einer Sekunde auch schon wieder in den Schatten verschwunden war. Langsam bekam sie das Gefühl, er schätzte ihre Gesellschaft nicht. Aber das war eine Sache, um die sie sich später immer noch kümmern konnte. Zuallererst wollte sie sich auf das blonde Mädchen konzentrieren, das versteckt im Schatten eines zerstörten Hauses saß und scheinbar am ganzen Körper zitterte. »Dachtest du wirklich, du kannst mir entkommen, kleines Mädchen?«
Doch Dhana erhielt keine Antwort. Das Mädchen hielt stur den Blick von ihr abgewandt, als würde es dadurch unsichtbar werden.
Dhana schätzte die kleine Blondine auf etwa zehn Jahre. Vermutlich wusste sie noch nicht, wie man einen ordentlichen Schutzzauber sprach. Wenn sie etwas älter und erfahrener wäre, dann hätte sie es womöglich tatsächlich geschafft, sich vor Dhana zu verstecken. Aber irgendwie war es diesem Mädchen auch gelungen, am Leben zu bleiben, während all die anderen Hexen des Zirkels qualvoll ihren Tod gefunden hatten. Und das, so weit Dhana es beurteilen konnte, ohne gröbere Verletzungen. Das beeindruckte die Hexe.
Vorsichtig kniete Dhana sich vor dem Mädchen auf den Boden. Es war bedeckt von Staub und Blut – wahrlich kein schöner Anblick. 
»Ich nehme an, du weißt, wer ich bin. Wie ist dein Name?«
Dhana rechnete schon fast damit, wieder keine Antwort zu bekommen. Das passierte ihr oft. Immer wieder erstarrten magische Wesen vor Angst, wenn Dhana ihnen gegenüberstand. Aber dieses Mal war es anders.
»Zoey«, sagte das Mädchen zu Dhanas Überraschung. Allerdings immer noch mit abgewandtem Blick. Das Beben in Zoeys Stimme war nicht zu überhören. Es war wie Musik in Dhanas Ohren.
»Ein schöner Name.« Ihre Stimme klang sanft, doch Zoey reagierte nicht darauf. »Verrate mir etwas, kleine Zoey. Wie um alles in der Welt hast du es nur geschafft, zu überleben?«
Wieder kam keine Antwort. Langsam wurde Dhana ungeduldig. Sie erhob sich und strich ihr Kleid glatt. Mit diesem Mädchen zu reden, war eindeutig nichts weiter als reine Zeitverschwendung.
»Wie du willst.« Dhana streckte ihren Arm aus, woraufhin lodernde Flammen darauf erschienen. Sie spürte die Hitze des Feuers, aber es verbrannte sie nicht. »Ich bin die mächtigste Hexe Londons, sogar die Elemente beugen sich meinem Willen. Dass du dich vor mir verstecken konntest, beeindruckt mich. Ich mache dir ein Angebot, kleine Zoey. Schließe dich mir an und ich lasse dich am Leben. Du kannst vieles von mir lernen und eine mächtige Hexe werden. Entscheidest du dich jedoch dagegen, wirst du sterben. Was meinst du?«
Zum ersten Mal seit Beginn dieses Gesprächs hob Zoey den Blick und fixierte Dhana. Sie war sich nicht sicher, was sie in den hellen Augen des Mädchens sah, aber es gefiel Dhana nicht. Es war nicht der übliche Ausdruck von Angst und Verzweiflung auf den Gesichtern ihrer Opfer.
»Niemals.«
Dhanas Augen verengten sich vor Wut und noch im selben Moment schossen Flammen um die beiden herum in die Luft. Sie war die Königin der Stadt. Sie hatte es nicht nötig, sich beleidigen zu lassen. Besonders nicht von einer Hexe, die ihr nicht einmal bis zum Ellbogen reichte!
Die Flammen bildeten sich zurück, der Rauch verzog sich nur langsam. Doch Dhana traute ihren Augen nicht. Das Mädchen, das durch ihren Zauber längst tot und verkohlt sein sollte, war völlig unversehrt.
Noch während Dhana zu begreifen versuchte, was da eben passiert war, sprang Zoey auf und begann zu laufen.
»Shadow!« Mit einem Mal verspürte Dhana eine Unruhe in sich, die ihr ganz und gar nicht gefiel. »Finde das Mädchen und töte es!«
»Dhana, sie ist nur ein Kind«, hörte sie die tiefe, ruhige Stimme ihres Begleiters hinter sich, die ihr augenblicklich etwas von ihrer Anspannung nahm.
»Sie konnte meinem Zauber widerstehen«, erklärte Dhana wenig begeistert. »Sie ist gefährlich.«
»Nein, du bist gefährlich«, konterte Shadow. »Lass sie laufen. Was soll sie dir schon anhaben? Du hast heute ihre gesamte Familie ausgelöscht, allein wird sie hier draußen nicht weit kommen. Sie wird verhungern oder erfrieren, und das ohne, dass du dir die Hände schmutzig machst.«
Immer noch angespannt sah Dhana dem Mädchen hinterher. Sie war immer noch nicht überzeugt. Niemand sollte stärker sein als sie. Absolut niemand!
Aber Shadow hatte recht. Was sollte ihr ein kleines Mädchen schon anhaben? Sie konnte rein gar nichts tun. Sie hatte keine Familie mehr und keine Freunde. Dhana bezweifelte stark, dass es in London auch nur eine Woche allein überleben konnte. Hexenkräfte hin oder her. Und das nächste Mal, wenn Zoey ihr über den Weg lief, würde sie sie töten.
Noch einmal atmete Dhana tief durch, um sich beruhigen.
»Du hast recht«, räumte sie dann ein, auch wenn ihr aus irgendeinem Grund nicht wohl dabei war. »Sie ist keine Bedrohung für mich. Und jetzt lass uns nach Hause gehen. Ich hatte heute einen anstrengenden Tag und könnte ein heißes Bad gut gebrauchen.«
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Zoey

Zoey rannte, bis sie das Gefühl hatte, ihre Lunge würde platzen. Wenn sie stehenblieb, war sie tot. Dhana würde kurzen Prozess mit ihr machen – so wie sie es mit all den anderen Hexen aus ihrem Zirkel getan hatte, die es gewagt hatten, gegen ihre Terrorherrschaft vorzugehen.
Die Hexenälteste hatte die anderen doch noch gewarnt. Sie hatte sie daran erinnert, wie mächtig Dhana war. Aber niemand hatte auf die alte Frau hören wollen. Und nun waren sie alle tot.
Dieser Gedanke kam so plötzlich und überwältigend, dass Zoey mit einem Mal keine Luft mehr bekam. Sie verlor die Kontrolle über ihren Körper, konnte die Welt um sich herum plötzlich nur noch verschwommen wahrnehmen und – stürzte.
Mit voller Wucht prallte Zoey am harten Steinboden der Londoner Innenstadt auf. Ihre Hände, das Gesicht und die Knie schmerzten vom Fall, doch sie blieb einfach liegen. Die Kraft hatte Zoey verlassen. Sie konnte nicht mehr. Sie konnte nicht mehr laufen, konnte nicht mehr stark sein.
Tränen liefen unaufhörlich über ihr Gesicht, als würden sie niemals versiegen. Der Schmerz tief in ihrer Brust war überwältigend.
Sie war ganz allein.
Es gab niemanden mehr, zu dem sie sich flüchten konnte. Niemanden, der ihr helfen konnte.
Dhana würde sie finden. Wenn nicht jetzt, dann irgendwann. Also warum sich verstecken? Warum weglaufen, wenn es ohnehin kein Entrinnen gab?
Man konnte der mächtigsten Hexe Londons nicht entkommen. Alle, die es versuchten, hatten dafür teuer bezahlen müssen. Und das würde Zoey auch.
»Steh auf.«
Erschrocken zuckte Zoey zusammen, als eine tiefe, raue Stimme durch die dunkle Seitengasse hallte. Es war spät, sie hatte nicht damit gerechnet, noch jemandem über den Weg zu laufen.
Ihre Arme zitterten so stark, dass sie es kaum schaffte, sich aufzurichten. Mit dem Handrücken wischte sie über ihr Gesicht und hoffte dabei, sich nicht mit Blut aus den frischen Schürfwunden zu beschmieren. Die Tränen brannten in ihren Augen und verschleierten ihr die Sicht. Doch dann erblickte sie ihn.
Shadow. Dhanas treuer Begleiter.
Hastig rappelte Zoey sich auf. Sie versuchte, die Schmerzen in ihrem Körper auszublenden – einfach alles auszublenden. Im Moment zählte nur eines: überleben.
»Bleib weg!«, warnte sie ihn und hob dabei die Hände an. Ihre Arme fühlten sich an, als würden tonnenschwere Gewichte sie nach unten ziehen. Sie wusste, dass Shadow kein Hexer war. Das war ihr Vorteil. Das bedeutete aber nicht, dass er deshalb auch nur einen Funken weniger gefährlich war. »Ich warne dich.«
»Ich bin nicht hier, um dir wehzutun.« Seine Stimme klang so ruhig, doch darauf fiel Zoey nicht hinein. Sie musste konzentriert bleiben. Ihre Sinne waren geschärft. Eine falsche Bewegung und sie war ebenfalls tot.
»Warum bist du dann hier? Hat Dhana dich geschickt?«
Langsam näherte sich Shadow ihr, und Zoey wich weiter zurück. Sie wusste, dass sie das nicht tun sollte. Sie durfte ihm nicht zeigen, dass sie Angst vor ihm hatte. Aber so war es.
Die untere Hälfte seines Gesichts war mit einer schwarzen Maske verdeckt, über dem Kopf trug er eine Kapuze. In der Finsternis war er so gut wie unsichtbar. Deshalb nannte ihn jeder bloß Shadow. Seine eisblauen Augen strahlten schon förmlich in der Dunkelheit. Und sie nahmen Zoey ins Visier.
»Dhana will deinen Tod«, erklärte er. »Das bedeutet, du wirst sterben.«
Zoey schluckte. Wenn er die Worte aussprach, klang es sogar noch viel schrecklicher als in ihrem Kopf. Sie wollte nicht sterben. Besonders nicht durch Dhanas Hand.
»Was soll ich tun?« Es fühlte sich seltsam an, gerade den engsten Vertrauten der bösen Hexe das zu fragen. Aber Zoey konnte nicht anders. Sie wusste einfach nicht mehr weiter und er war ihre letzte Hoffnung.
»Geh zu Savannah. Sie ist eine der mächtigsten Hexen der Stadt, sie kann dir helfen.«
Verwirrt und voller Panik schüttelte Zoey den Kopf. »Wer ist Savannah?«
»Weißt du, wie man einen Ortungszauber spricht?«
»Nein.«
Shadow fluchte leise. Es war, als wollte er ihr tatsächlich helfen. Trotzdem hatte Zoey nicht vor, ihm zu vertrauen. Er arbeitete für Dhana und das machte ihn automatisch zum Feind. Dass er sie noch nicht getötet hatte, bedeutete rein gar nichts.
»Hier.« Er griff in die Innentasche seiner Jacke und zog eine Kette daraus hervor. Daran pendelte ein ozeanblauer Stein, der Zoey an die Farbe von Shadows Augen erinnerte. »Der Stein ist dafür gemacht, sein Gegenstück zu finden. Er wird dich zu Savannah führen.«
Vorsichtig streckte Zoey die Hand aus und Shadow ließ die Kette fallen. Beinahe erwartete sie, bei der Berührung unbändige Schmerzen zu verspüren – doch so war es nicht. Vielleicht war das ja doch keine Falle. Vielleicht wollte Shadow sie nicht verfluchen oder vergiften oder sonst irgendwie umbringen. Vielleicht wollte er ihr aus irgendeinem Grund ja tatsächlich helfen.
»Du darfst sie diese Kette aber nicht sehen lassen. Und sag ihr nicht, von wem du sie hast. Gut möglich, dass sie dir sonst ihre Hilfe verweigert.«
Zoey biss fest die Zähne aufeinander. Es gab zwei Fragen, die sie brennend interessierten. Aber sie konnte sich nicht entscheiden, welche sie zuerst aussprechen sollte. Entweder warum Shadow das alles tat oder – 
»Warum hast du diese Kette?« Bevor sie sich selbst davon abhalten konnte, hatte sie die Worte auch schon ausgesprochen. »Ich meine, wenn Savannah mir helfen kann, dann ist sie keine von Dhanas Verbündeten.«
Shadows Augen verdunkelten sich bedrohlich und Zoey wich instinktiv zurück. Erst jetzt erinnerte sie sich an die Schürfwunden an ihren Händen und Knien. Sie wusste, dass Shadow ein Wesen der Nacht war. Und die wurden in der Regel von Blut angelockt.
»Verschwinde«, knurrte er. »Bevor ich es mir anders überlege.«
Hastig ließ Zoey die Kette in ihrer Faust verschwinden und begann zu rennen. Sie war immer noch ein wenig außer Atem von ihrem ersten Sprint, aber das hielt sie nicht davon ab, ihr Bestes zu geben. Immerhin rannte sie hier buchstäblich um ihr Leben.
Der Stein in ihrer Hand schien seine Wirkung zu zeigen. Auch wenn Zoey nicht ganz verstand, wie das funktionierte, wusste sie plötzlich instinktiv, wohin sie laufen musste.
Blieb nur zu hoffen, dass ihr Weg sie nicht direkt in eine Falle führte.
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Savannah

Die Tropfen, die vom Himmel fielen, donnerten mit aller Kraft gegen die Fensterscheiben des Hauses und das Glas zitterte unter der Wucht des Aufpralles. Vielleicht sollte ich Angst haben, dass es brechen könnte, überlegte ich, verwarf diesen Gedanken jedoch schnell wieder. Noch hielt es ja. Es gab also keinen Grund zur Sorge.
Der Regen heute Nacht war so stark, dass sogar die Stromversorgung vor zwei Stunden kleinbeigegeben hatte. Es war nun kurz vor Mitternacht, vermutlich war ich die Einzige in der näheren Umgebung, die den Stromausfall überhaupt bemerkt hatte. Alle anderen hatten sich bestimmt schon schlafen gelegt – was sollte man bei so einem Wetter auch sonst tun? 
Am liebsten wäre ich auch schon vor Stunden ins Bett gegangen. Doch ich wusste, dass es keinen Sinn hatte. In dieser einen Nacht im Oktober lag ich jedes Jahr wach – unfähig, Ruhe zu finden.
Ich warf einen Blick aus dem Fenster. Die Straße vor dem Haus war bereits völlig überflutet. Wasser quoll aus den Kanälen und formte sich zu einer Art selbstständigem Fluss, der alles mitriss, was ihm in die Quere kam.
Ich konnte beim besten Willen nicht sagen, warum, aber mir gefiel dieses Wetter. Das laute Dröhnen des unaufhörlichen Regens wirkte irgendwie beruhigend auf mich. Außerdem gefiel mir der Gedanke, dass endlich der ganze Unrat von den Straßen geschwemmt wurde. Ich war schon auf das Chaos gespannt, das diese Flut morgen auslösen würde. Bestimmt würden die Leute ausflippen, sollte das Wasser den einen oder anderen Gartenzwerg davon gespült haben. Dabei sollten sie dem Regen dankbar sein, immerhin bereinigte er ihre Gärten von Müll.
Einen Moment lang blieb ich noch am Fenster stehen und beobachtete das wilde Unwetter, bevor ich mich umdrehte und durch das dunkle Wohnzimmer in die Küche marschierte.
An manchen Ecken hatte ich meine dicken, schwarzen Kerzen angezündet, die ich am liebsten mochte. Zum einen gefiel es mir nicht, völlig im Dunklen zu tappen, und zum anderen wollte ich es mit der Beleuchtung auch nicht übertreiben. Ich konnte es nicht ausstehen, geblendet zu werden. Außerdem sollte nicht jeder schon von Weitem sehen, dass ich noch wach war.
In der Küche brannte nur eine einzige Kerze, die auf dem Tisch stand. Dicke Wachstropfen rannen langsam daran hinab und sammelten sich auf dem alten Holz. 
Mein Körper verspannte sich unangenehm. Das Wachs machte meinen Tisch kaputt!
»Aufhören«, befahl ich, woraufhin der Tropfen, der gerade an der Kerze hinabrollte, auf halbem Weg stehenblieb. »Zurück an deinen Platz. Alles.«
Es dauerte einen Moment, doch dann zog sich der Tropfen gemächlich wieder zurück, bis er sich unter das flüssige Wachs direkt unter der Flamme mischte. Auch die bereits angetrocknete Masse am Fuß der Kerze begann sich langsam wieder zu verflüssigen und sich seinen Weg nach oben zu bahnen.
Zufrieden wandte ich der Kerze den Rücken zu, um das zu tun, weswegen ich erst in die Küche gekommen war. Ich griff nach dem schweren, alten Teekessel und füllte etwas Wasser hinein, um es dann über dem Feuer zum Kochen zu bringen.
Kaum hatte ich den Kessel jedoch über der Feuerstelle platziert, vernahm ich ein leises Klopfen, das sich vom monoton dröhnenden Regen abhob. 
Mein Blick wanderte durch den Raum, da ich das Geräusch zunächst nicht zuordnen konnte. Dann wurde mir jedoch klar, woher es gekommen war. 
Anspannung machte sich in mir breit, als ich auf die Tür zu marschierte. Wer sollte mich um diese Uhrzeit noch stören? Wer auch immer es war, er würde es garantiert bereuen.
Ich riss die Tür auf, doch mein Blick fiel ins Leere. Etwas verwirrt schlang ich meine Jacke enger um meinen Körper, bis ich realisierte, dass ich gar nicht allein war. Da stand ein Mädchen vor meiner Tür. Es hatte blondes, völlig durchnässtes Haar und reichte mir gerade einmal bis zur Hüfte.
»Solltest du um diese Uhrzeit nicht schon längst im Bett sein, Kleine?«, wollte ich wissen und sah mich dabei unauffällig in der Straße um. Es konnte nicht sein, dass ein kleines Mädchen um Mitternacht allein in den Straßen Londons herumirrte. Besonders bei diesem Wetter.
»Bist du Savannah?«
Meine Augen verengten sich misstrauisch und ich war kurz davor, dem Mädchen die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Doch etwas hielt mich davon ab. Vielleicht war es der Geruch von Blut, der in der Luft lag. Das Mädchen musste gestürzt sein. Da waren Schürfwunden an seinem Kinn und den Knien.
»Ich wüsste nicht, was dich das angeht.«
»Ich habe von dir gehört«, erwiderte das Mädchen unbeirrt. 
Ich fragte mich, wie alt es wohl war. Neun Jahre? Zehn? Vielleicht älter? 
»Du bist eine der mächtigsten Hexen Londons. Ich will, dass du mich unterrichtest.«
Genervt verzog ich das Gesicht. Darum ging es also.
»Ich unterrichte nicht«, erklärte ich dem Mädchen und griff bereits nach der Tür, um sie zu schließen. »Jede Hexe muss sich selbst beibringen, ihre Kräfte zu kontrollieren. So etwas wie Hogwarts gibt es nicht. Auch wenn es sich schön anhört. Ich kann dir nicht helfen.«
»Mein Name ist Zoey Hensley«, sagte das Mädchen und machte einen Schritt nach vorne, sodass es direkt zwischen Tür und Angel stand und ich es nicht aussperren konnte, ohne es dabei zu verletzen. »Meine Familie ist heute gestorben und ich habe keinen Ort mehr, an den ich gehen kann. Ich brauche dringend Hilfe.«
»Das tut mir ja leid für dich, aber –«
»Ich will, dass du mich lehrst. Ich will so stark werden wie du, damit ich eine Chance gegen Dhana habe.«
Eine Sekunde lang stockte mir der Atem, als Dhanas Name fiel. Schweigend betrachtete ich das Mädchen – Zoey. Sie glaubte tatsächlich, es mit Dhana aufnehmen zu können? Das war Irrsinn! Selbst mit meiner Hilfe würde sie es niemals schaffen, die mächtigste Hexe Londons zu besiegen. Sie würde kläglich scheitern und sterben, so wie ihre Familie.
Genau das wollte ich ihr auch klarmachen, aber etwas hielt mich davon ab. Da war etwas in Zoeys Augen, das mich zögern ließ. Ich sah Kampfgeist in ihr. Zoey würde sich nicht so einfach abwimmeln lassen, was, angesichts der Umstände, alles andere als klug war.
»Du willst dich mit Dhana anlegen?«, versicherte ich mich noch einmal und Zoey nickte entschlossen. Wie war es möglich, dass sie keinerlei Angst vor Dhana oder ihren Kräften hatte? Sie war eine der stärksten Hexen der letzten Jahrhunderte. Ein wenig Ehrfurcht wäre durchaus angebracht. »Du wirst niemals eine Chance gegen sie haben.«
»Doch«, erwiderte Zoey völlig überzeugt. »Wenn du mich unterrichtest.«
Ungläubig schüttelte ich den Kopf. »Nicht einmal ich würde mich freiwillig mit Dhana anlegen. Wer es versucht, muss verrückt sein. Und jetzt geh nach Hause, du verschwendest deine Zeit.«
»Ich gehe nicht, bevor du mir nicht versprochen hast, mich zu unterrichten!« 
Ich spürte, wie das Blut in meinen Adern zu brodeln begann. Zoey hatte doch behauptet, zu wissen, wen sie vor sich hatte. Warum um alles in der Welt glaubte sie, an mich Forderungen stellen zu können?
»Dhana wird kommen um mich zu töten, so wie sie jedes einzelne Mitglied meiner Familie getötet hat«, sprach Zoey weiter, als ich ihr keine Antwort gab. »Sie wird kommen. Egal ob du mich unterrichtest oder nicht. Die Frage ist nur, ob ich dann stark genug bin, mich zur Wehr zu setzen.«
Ich wusste nicht, warum, aber irgendwie fand ich Gefallen an dem Mädchen. Vielleicht, weil Zoey mich ein wenig an mich selbst erinnerte. Vielleicht, weil sie viel zu erwachsen für ihr Alter wirkte. Vielleicht aber auch, weil sie eine Kämpfernatur war. Zoey würde sich Dhana nicht kampflos ergeben, das war schon mal sicher.
»Wenn es dir so ernst ist«, setzte ich etwas widerwillig an, »dann komm rein. Wir haben einiges zu besprechen.«

UND? Was sagt ihr? Seid Ihr neugierig geworden?





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